Rizinusöl

Der magnetische Tiefenreiniger

Rizinusöl

Ideal für fettige Haut, Mitesser (Blackheads), reife Haut

Eher dickflüssig, reichhaltig

Zieht Schmutz und Talg wie ein Magnet aus den Poren


Das Wichtigste in Kürze

Rizinusöl wird aus den Samen des Wunderbaums (Ricinus communis) gewonnen und ist besonders reich an Ricinolsäure.

Diese Fettsäure sorgt für die hohe Zähflüssigkeit und besitzt auch die Fähigkeit, oxidierten Talg, festsitzenden Schmutz und wasserfeste Make-up-Reste anzuziehen. Dermatologische Analysen bescheinigen Rizinusöl zudem starke antimikrobielle, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Es soll festen Talg in den Poren aufspalten und Akne-Bakterien entgegen wirken.

Seine dickflüssige Konsistenz und die besondere chemische Struktur machen Rizinusöl zu einem interessanten Bestandteil der Hautpflege. Vor allem bei der Ölreinigung wird es gerne eingesetzt. Allerdings ist es nicht für jede Haut gleich gut geeignet und sollte darum bewusst dosiert und immer mit anderen Ölen gemischt werden.

Doch was steckt in Rizinusöl und was bewirkt es genau?


Wissenschaftliche Fakten

Inhaltsstoffe und ihre mögliche Wirkung

Inhaltsstoff / StoffgruppeBedeutung für die Hautpflege
TriglycerideBilden den Hauptbestandteil von Rizinusöl. Wirken als rückfettende Lipide und können die Haut geschmeidiger machen. Sie bilden einen pflegenden Film auf der Hautoberfläche und können dazu beitragen, den Wasserverlust zu reduzieren
Ricinolsäure (ca. 85–90 % der Fettsäuren*)Die charakteristische Fettsäure von Rizinusöl. Ihre zusätzliche Hydroxylgruppe trägt zu den besonderen physikalischen Eigenschaften und zur hohen Viskosität des Öls bei.
ÖlsäureEine einfach ungesättigte Fettsäure, sie kann die Lipidstruktur der Haut beeinflussen. Ist nur in geringen Mengen enthalten.
LinolsäureEine Essenzielle Fettsäure und wichtiger Bestandteil der Hautbarrierelipide, insbesondere der Ceramide. Ist nur in geringer Menge enthalten
Palmitinsäure und StearinsäureGesättigte Fettsäuren, die auch in natürlichen Hautlipiden vorkommen. Sind nur in geringen Mengen enthalten.

*Die Prozentangabe von 85–90 % bezieht sich auf den Anteil der Ricinolsäure in den Fettsäuren, nicht auf den Anteil freier Ricinolsäure im gesamten Öl. Ricinolsäure ist überwiegend in Triglyceride eingebunden.


Triglyceride und Ricinolsäure – das Besondere an Rizinusöl

Rizinusöl besteht überwiegend aus Triglyceriden. Das sind Fettmoleküle, die aus Glycerin und Fettsäuren aufgebaut sind.

Das Besondere ist die Zusammensetzung dieser Fettsäuren: Etwa 85–90 % entfallen auf Ricinolsäure. Sie ist eine einfach ungesättigte Fettsäure mit einer zusätzlichen Hydroxylgruppe (-OH). Diese Hydroxylgruppe ermöglicht zusätzliche Wechselwirkung zwischen den Molekülen und sorgt dafür, dass sich die einzelnen Öl-Moleküle untereinander wie kleine Magnete anziehen und extrem stark zusammen halten. Diese chemische Besonderheit unterscheidet sie von den Fettsäuren, die in vielen anderen Pflanzenölen vorherrschen und ist verantwortlich für die hohe Viskosität und Kohäsion des Rizinusöls und somit auch für die reinigenden Eigenschaften.

Ausserdem enthält Ricinolsäure Vitamin E, welches eine antioxidative Wirkung hat.

Ricinolsäure wird in der wissenschaftlichen Forschung mit verschiedenen biologischen Eigenschaften in Verbindung gebracht, darunter antioxidative, entzündungshemmende, wundheilende und antimikrobielle Effekte. Ein grosser Teil dieser Forschung stammt jedoch aus Labor- und präklinischen Untersuchungen. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass Rizinusöl entzündliche Hauterkrankungen behandelt oder Bakterien auf menschlicher Haut zuverlässig hemmen.


Dieser Artikel hebt die Wirksamkeit von Rizinusöl durch seine antioxidativen, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften hervor:

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12978418/#sec3


In diesem Artikel geht es zwar um Rizinusblätter und ihre wundheilende Wirkung, es gibt aber auch einige Informationen über das Öl. Auf jeden Fall auch sehr interessant:

https://www.researchgate.net/publication/370805479_Study_of_effects_leaf_extract_of_Ricinus_communis_in_skin_disease



Weitere Fettsäuren

Neben Ricinolsäure enthält Rizinusöl kleinere Mengen weiterer Fettsäuren. Dazu gehören unter anderem Ölsäure, Linolsäure, Palmitinsäure und Stearinsäure. Sie ergänzen das Fettsäureprofil, sind im Vergleich zur Ricinolsäure aber deutlich weniger stark vertreten und haben darum vermutlich einen eher geringen Einfluss auf die Wirkung, weshalb ich hier nicht näher darauf eingehe.

Eine ausführliche wissenschaftliche Übersicht über die chemische Struktur und die besonderen Eigenschaften von Rizinusöl findest du hier:

Chemical modifications of castor oil: A review – kostenloser Volltext bei PubMed Central


Was bedeutet die Zusammensetzung für die Hautpflege?

Rizinusöl wird in kosmetischen Formulierungen vor allem als hautpflegender, geschmeidig machender Bestandteil verwendet, da es so reichhaltig ist. Wissenschaftliche Studien bestätigen antioxidative, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften. Auch eine wundheilende Wirkung wurde bestätigt.

Wie oben beschrieben, besitzt Rizinusöl eine extrem starke Bindungskraft für Fette. Es zieht nicht nur den Schmutz aus den Poren, sondern löst auch hauteigene Lipide. Nimmt man der Haut zu viel dieser schützenden Lipide verliert sie ihre natürliche Barrierefunktion und trocknet sehr schnell aus.

Darum darf Rizinusöl im Gesicht niemals pur angewendet werden, da es sonst die Haut austrocknet. Es muss immer mit leichteren Ölen gemischt werden.

Und genau diese Eigenschaft wiederum macht Rizinusöl auch für die Oil Cleansing Methode sehr interessant, da es fähig ist, fettlösliche Rückstände wie zu viel Talg oder wasserfestes Make Up zu entfernen.

Mein Fazit

Für mich ist Rizinusöl wegen seiner besonderen Eigenschaften vor allem beim Oil Cleansing ein wichtiger Bestandteil. Es unterscheidet sich deutlich von den meisten anderen Pflanzenölen: Seine hohe Konzentration an Ricinolsäure, die zusätzliche Hydroxylgruppe und die dadurch bedingte Viskosität und Kohäsion machen es zu einem besonderen Öl für die Gesichtsreinigung.

Vor allem für fettige Haut finde ich den Aspekt Interessant, dass Rizinusöl fähig ist Fett zu binden und ab zu transportieren ohne aggressive Tenside oder Alkohole.

Obwohl es erst paradox klingt, sich bei fettiger Haut Öl ins Gesicht zu schmieren, ich kann es nur sehr empfehlen, auch bei fettiger und unreiner Haut. Hinzu kommt, dass Rizinusöl gemäss wissenschaftlicher Studien wundheilend und entzündungshemmend wirken kann. Vor allem bei Akne kann dies die Haut beruhigen und das Hautbilld verbessern.

Reife Haut verliert stark an Feuchtigkeit und hauteigenen Lipiden, wodurch Trockenheitsfältchen entstehen. Wenn Rizinusöl auf die feuchte Haut aufgetragen wird, kann es das Wasser tief im Gewebe einschliessen. Die Hornschicht quillt leicht auf, wodurch Fältchen sofort von innen heraus glatter und praller wirken sollen.

(Hiermit habe ich noch keine Erfahrung, Ich lasse es Euch wissen, wenn ich erste Ergebnisse habe :-))

Die enthaltene Rizinolsäure dringt aufgrund ihrer Struktur tiefer in die Hautschichten ein als viele andere Öle. Dort regt sie die Durchblutung an und unterstützt die natürliche Regeneration der Zellen. Ausserdem enthält Rizinolsäure Vitamin E, welches antioxidativ wirkt.


Anwendung beim Oil Cleansing

Gerade bei fettiger, unreiner und zu Akne neigender Haut kann es helfen, die Reinigung anzupassen. Viele herkömmliche Reinigungen, gerade für unreine und fettige Haut, trocknen aus, beschädigen die Hautbarriere und können die Talgproduktion dadurch sogar noch ankurbeln. Oil Cleanisng kann hier eine interessante Alternative sein, um die Haut sanft zu reinigen und auch fettlösliche Rückstände sowie zu viel Talg zu entfernen. Wichtig ist dabei aber die richtige Anwendung und die richtigen Öle. Rizinusöl kann dabei ein interessanter Bestandteil sein. Allerdings ist mehr nicht automatisch besser: Ein hoher Anteil kann sich für manche Haut zu intensiv anfühlen oder zu Trockenheit beitragen. Darum empfehle ich allen, sich langsam an die für seine Haut passende Mischung ranzutasten. Höre auf Deine Haut!!!

Ich verwende Rizinusöl gerne in Kombination mit Jojobaöl und bei Bedarf einem weiteren Pflanzenöl. Jojobaöl bildet dabei die Basis, während Rizinusöl die Mischung ergänzt. Wie viel davon sinnvoll ist, hängt von der eigenen Haut ab.


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Finde hier meine Schritt für Schritt Anleitung für die Durchführung von Oil Cleansing:


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